Frans Francken, Curiosities, 1636

Software für Kunstdatenbanken im Vergleich

Im letzten Monat hatte ich darüber berichtet, wie eine mobile Datenbank von Kunstwerken mit Hilfe von File Hosting Services, Excel oder auch Flickr erstellt werden kann.

Heute geht es um professionelle Softwarelösungen.

Was sollte eine Art Inventory Software meines Erachtens können?
  • Ich möchte potentiellen Kunden meine Kunstwerke/meine Sammlung auf Tablets und Smartphones zeigen können.
  • Ich möchte die Bilder in guter Qualität und ganzer Größe sehen können, ohne durch zu viele Informationen auf dem mobilen Bildschirm abgelenkt zu werden.
  • Ich brauche vielfältige Suchfunktionen (nach Künstlern, Kategorien, Stichworten, Titeln, Orten, Daten…).
  • Natürlich – das Design muss ansprechend sein.
  • Die Software muss einfach und intuitiv zu handhaben sein.
  • Ich brauche unbegrenzten Speicherplatz.
  • Ich möchte einem Bild mehrere andere Fotos zuordnen können.
  • Ich möchte Bilder direkt von der Datenbank in soziale Netzwerke teilen können.
  • Ich möchte Teile der Datenbank drucken oder mailen können, um so Zertifikate, Angebote, Rechnungen oder Etiketten herzustellen.
  • Ich möchte Datensätze aus anderen Programmen wie Excel importieren können.
  • Ich möchte Datensätze exportieren oder speichern können.
  • Ich möchte das Design anpassen können (Logo, Farben, Schrift).
  • Ich möchte einzelne Felder meinen Bedürfnissen anpassen können. Als Maler brauche ich z.B. kein Feld für Edition oder Gewicht. Je einfacher, desto besser.
  • Ich möchte nicht, dass die Datenbank zu viel Speicherplatz auf meinem Tablet einnimmt.
  • Schön wäre es, direkt in der Software einfache Bildbearbeitungen vornehmen zu können, wie Verkleinern, Schärfe, Kontrast, Einfügen von Wasserzeichen…
  • Selbstverständlich möchte ich nicht, dass meine Datenbank von vornherein öffentlich ist. Ich brauche optimalen Datenschutz. Teile daraus veröffentlichen zu können – zum Beispiel integriert in meine Webseite – wäre aber großartig.
  • Ich möchte, dass meine Datenbank zu jeder Zeit sicher ist. Es wäre schön, jemanden zu haben, der regelmäßige Backups durchführt.
  • Wenn ich Hilfe brauche, sollte jemands rund um die Uhr für mich da sein.
  • Und ja – ich möchte, dass dies alles kostenlos zu haben ist! (ist nur ein Witz…)

Lasst uns mal sehen, was auf dem Markt ist.


1. ArtEngine

Gegründet im März 2014, basiert in Berlin

Zielgruppe: Sammler, Künstler und Galerien

Funktionen: Hochauflösende Fotos bis zu 30MB, 5 Fotos pro Kunstwerk, vielfache Suchfunktionen, Erstellen und Exportieren von Listen

Besonderheiten: Showrooms, gleichzeitiger Zugriff von mehreren Computern

Preis: ab €7.75 /Monat (100 Kunstwerke)

30 Tage kostenlose Testversion


2. Artwork Archive 

Gegründet 2011, basiert in Denver, CO

Zielgruppe: Künstler und Sammler

Funktionen: Analysieren und Drucken von Berichten, Kontakt Management, Portfolio Seiten, Erstellen von Rechnungen und Etiketten

Besonderheiten: Öffentliche Profilseiten, nächtliche Backups

Preise: $9/Monat (100 Kunstwerke) – $19/Monat (unbegrenzte Anzahl von Kunstwerken)

Kostenlose Testversion: 10 Werke


3. Tessera

zuvor Flick!

Basiert in Mount Martha, Victoria, Australia

Zielgruppe: Künstler, Galerien und Sammler

Funktionen: vielfältige Suchfunktionen, anpassbare Berichte, Import/Export-Funktionen

Besonderheiten: Zuordnung einer unbegrenzten Anzahl von Fotos und Dokumenten zu einem Kunstwerk, Erstellen von Sammlungen innerhalb einer Sammlung, mehrere Nutzerkonten (nur mit Filemaker Pro)

Preis: $249 (Tessera Pro: $289)

Kostenlose Testversion: 30 Kunstwerke


4. Artbutler

Gegründet 2002, basiert in Berlin

Zielgruppe: Galerien, Künstler, Sammler

Funktionen: Galerie Management System mit Cloud Version, Archivieren und offline präsentieren, Import/Export

Besonderheiten: Web-Showrooms

Preis: ab €19 netto/Monat (+ €20/Monat Tablet) für 100 Kunstwerke

4 Wochen kostenlos testen


5. Collector Systems

Gegründet 2004, basiert in New York

Zielgruppe: Sammler und Museen

Funktionen: unbegrenzter Speicherplatz, Sammlungen und Untersammlungen, Location tracking, Business Management Funktionen

Besonderheiten: tägliche Backups, publizieren der Datenbank über die Galerie Funktion

Preis: ab $45/Monat


6. Collectrium

Gegründet 2010, basiert in New York (Eine Christie’s Company)

Zielgruppe: Sammler, Galerien und Kunsthändler

Funktionen: Unbegrenzter Speicherplatz, Location Tracking, Import/Export Funktion, Drucken und Mailen, automatische Backups, Bankähnliche Verschlüsselung

Besonderheiten: Integration in die Webseite möglich

Preis: ab $90/Monat


7. galleryManager

Basiert in New York

Zielgruppe: Galerien

Funktionen: professionelle Galerie Management Software, multiple Suchfunktionen, unbegrenzter Speicherplatz, tägliche Backups

Besonderheit: kostenlose App für offline Gebrauch

Preis: ab $99/Monat (für ein Nutzerkonto)


8. ArtVault Software

(nur für Mac OS X 10.8 oder später)

Basiert in der Schweiz

Zielgruppe: Galerien, Museen und Sammler

Funktionen: Kunst Business Management Module, komplett anpassbar, bankähnliche Verschlüsselung

Besonderheiten: Große Anzahl verschiedener Module, professionelle Lösung mit mehreren Nutzerkonten

Preis: $1,820  (benötigt Filemaker Pro)

kostenlose Testversion 30 Tage


Ich habe ausschließlich Software Systeme genannt, die gut auf Mobilgeräten funktionieren. Die meisten Systeme bieten außer der Archivierung von Fotos auch noch Galerie Management Werkzeuge wie Kontaktdatenbanken, Rechnungsformulare, Zertifikate und Etiketten an. Die kostenintensiveren Lösungen sind den eigenen Grafiken und Erfordernissen anpassbar und schließen Support und bankähnliche Sicherheitsvorkehrungen mit ein. Kein System scheint einfaches Teilen von Fotos in sozialen Netzwerken zu unterstützen, obwohl einige Produkte wie Gallery Manager oder Collectrium eine Integration in die Webseite anbieten, bzw. das Erstellen eines öffentlichen Portfolios, bzw. Showrooms (Artwork ArchiveCollector Systems oder Artbutler). Die richtige Softwarelösung hängt von der Größe und den Bedürfnissen der Sammlung bzw. des Institutes ab.

Welche Software habe ich übersehen?


Titelbild: Frans Francken der Jüngere, Chamber of Art and Curiosities (Detail), 1636 – Kunsthistorisches Museum Wien – ©Public Domain

 

Art Inventory-3

 

 

Rembrandt, The artist in his studio, 1628

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