Kunstakademie Düsseldorf

Kunst in Düsseldorf

Düsseldorf ist eine Modestadt. Ist eine Medienstadt. Ist eine Messestadt. Und eine Stadt, die sich damit rühmt, die „längste Theke der Welt“ zu haben. Tatsächlich reihen sich in der Altstadt zahlreiche Kneipen an Bars und an Brauhäuser. Während das heimische Altbier natürlich durchaus zu den Attraktionen der Stadt am Rhein gehört, hat sie aber auch als Kunst- und Kulturstadt reichlich zu bieten. Die bekannte Kunstakademie etwa, oder die Kunstsammlung NRW, die Kunsthalle und das Museum Kunstpalast, unzählige Galerien, aber auch Denkmäler und Skulpturen in Parks oder im Medienhafen. Hält man die Augen offen, begegnet man der Kunst in Düsseldorf tatsächlich auf Schritt und Tritt.

Wir tauchen ein in das Düsseldorfer Kunstleben, erkunden die Museen und Galerien, und klären, was es mit den Düsseldorfer „Säulenheiligen“ auf sich hat und was die Rubens-Sammlung von Kurfürst Jan Wellem nun eigentlich in München zu suchen hat.

Die Kunstakademie Düsseldorf 

Düsseldorf, mittlerweile Metropole der Gegenwartskunst, hat eine lange Tradition als Kunstort. An dieser Entwicklung ist die international be- und anerkannte Kunstakademie Düsseldorf maßgeblich beteiligt. Deswegen werfen wir auch im ersten Teil unseres Ausflugs in die Kunststadt einen Blick auf diese bekannte Institution.

Schon Kurfürst Johann Wilhelm II. – im Volksmund besser bekannt als Jan Wellem – begann Mitte des 17. Jahrhunderts damit, internationale Künstler an seinen Hof nach Düsseldorf zu locken und sich als ihr Mäzen hervor zu tun. Unterstützung fand er dabei in seiner zweiten Ehefrau Anna Maria Luisa, die aus der überaus kunstsinnigen Medici-Familie stammte. Jan Wellem begründete die Kurfürstliche Galerie, für die eigens einer der frühesten Museumsbauten in Europa errichtet wurde. Die Galerie konnte sich mit einer Sammlung niederländischer und italienischer Meisterwerke schmücken. Auch eine stattliche Rubens-Sammlung trug der Kurfürst zusammen. Zusammen mit vielen der anderen Gemälde aus seiner Galerie wurde sie aber 1806 nach München gebracht und bildete dort den Grundstock der Alten Pinakothek. Gemälde von Rubens und anderen Meistern des 15. bis 18. Jahrhunderts kann man heute jedoch auch wieder im Museum Kunstpalast bewundern. In der dortigen „Rubens-Galerie“ findet sich eine Sammlung, die allerdings erst im 20. Jahrhundert neu zusammengetragen wurde.

Düsseldorfer Kunstakademie im 19 Jh. - ©Public Domain

Düsseldorfer Kunstakademie im 19 Jh. – ©Public Domain

Wo Künstler lehren und lernen 

Bereits 1762 hatte man an die Kurfürstliche Galerie eine Maler- und Zeichenschule angeschlossen, die vom Düsseldorfer Künstler und Kunstsammler Wilhelm Lambert Krahe geleitet wurde. 1773 ging daraus die Kurfürstlich-Pfälzische Kunstakademie hervor. Aus dieser entstand schließlich die Kunstakademie. In ihrem Dunstkreis entwickelte sich über die Jahre hinweg beispielsweise die Düsseldorfer Malerschule, der Künstlerzirkel Das Junge Rheinland und auch die Künstlergruppe Zero. Die Akademie verdankt ihren Ruf auch so berühmten Namen wie Paul Klee, Joseph Beuys, Günter Uecker oder Jörg Immendorf. Gerhard Richter und Sigmar Polke studierten hier ebenfalls. Es wurde experimentiert, Neues gewagt und alte Traditionen hinterfragt. Gerade Joseph Beuys war mit der Düsseldorfer Kunstakademie eng verbunden. Er war nicht nur Student an der Schule, sondern von 1961 bis 1972 auch als Professor dort tätig. Die schillernde Künstlerpersönlichkeit Beuys spielte eine große Rolle im Kunstleben der Stadt, propagierte er doch ein völlig neues Kunstverständnis. Er hantierte mit Filz und Fett und etablierte die Kunstrichtung Fluxus. Auch nach seinem Tode sorgte er noch für Aufsehen: nämlich als ein gewissenhafter Hausmeister Beuys‘ Kunstwerk, die „Fettecke“ im Atelier Raum 3 der Kunstakademie, entsorgte. Ist das Kunst, oder kann das weg?

Amerikanischer Patriotismus made in Düsseldorf

Auch der amerikanische Patriotismus, teilweise ausgedrückt in monumentalen Historienbildern, hat der Düsseldorfer Kunstakademie übrigens einiges zu verdanken. Im New Yorker Metropolitan Museum of Art hängt seit 1897 nämlich ein ebensolcher Historienschinken, der General George Washington und seine Gefolgsleute dabei zeigt, wie sie 1776 den Fluss Delaware überqueren um am anderen Ufer die britischen Besatzer erfolgreich zu überrumpeln. Eines der Ereignisse, das letztlich mit zur amerikanischen Unabhängigkeit führte. Tatsächlich wurde das Gemälde „Washington Crossing the Delaware“, das die amerikanische Geschichte so pathetisch festzuhalten wusste, in den 1840er Jahren in Düsseldorf gemalt. Von dem deutsch-amerikanischen Kunstakademiestudenten Emanuel Leutze. Für den dargestellten Fluss diente der breite Rhein als Vorbild und Freunde des Malers posierten als Modelle für General Washingtons Gefolgsleute. Die erste Version des Gemäldes wurde bei einem Feuer schwer beschädigt, so dass Leutze sich an eine zweite Ausführung machte. Diese wurde 1851 fertiggestellt und noch im gleichen Jahr nach Amerika gebracht.

Emanuel Leutze, Washington crossing the Delaware

Emanuel Leutze, Washington Crossing the Delaware – ©Public Domain

Die Akademie ist eine Hochschule. Rundgänge für Besucher finden zur alljährlichen Ausstellung der Studierenden nach Abschluss des Wintersemesters statt. Die Akademie besitzt jedoch auch eine Galerie, in der wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.

Kunstakademie Düsseldorf

Eiskellerstraße 1

40213 Düsseldorf

www.kunstakademie-duesseldorf.de

Akademie-Galerie

Burgplatz 1

40213 Düsseldorf

Im zweiten Teil unseres Kunstrundganges durch Düsseldorf beschäftigen wir uns mit den Museen in der Stadt und stellen einige davon näher vor.


Titelbild: Kunstakademie in Düsseldorf – Altstadt von Nordwesten, Foto: Wiegels

Paolo Fiammingo, Liebe im goldenen Zeitalter, 1585

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